Hier sammeln wir für Euch:

  • wichtige Vorschriften, Gesetze, und Verordnungen rund um Bienen und Honig.
  • interessante Adressen. Verbände, Vereine und vieles mehr.

    Bienenbaum in Frankfurt. Ein ganz besonderes Projekt

    Bienenbaum in Frankurt



  • „Die Honigmacher“. U.a. Lernmaterial für den  „Honig Lehrgang „.

http://www.die-honigmacher.de/


Imkerverband Rheinland:

http://imkerverbandrheinland.de/https:


Hygienepraxis. Verordnungen für Honigernte und Lagerung.

http://www.landwirtschaftskammer.de/Landwirtschaft/tierproduktion/bienenkunde/formblaetter.htm


Das Bienen Journal

http://www.bienenjournal.de/


Bienenmuseum Duisburg

http://www.bienenmuseumduisburg.de/


Bienenkurs. Universität Hohenheim

https://bienenkunde.uni-hohenheim.de/104406

 

Honig aus Lebensmittelrechtlicher Sicht

Seit 2002 wurde das Lebensmittelrecht europaweit neu geregelt. EU-Verordnungen gelten für

alle Mitgliedsstaaten direkt und unmittelbar. Die VO (EG) 852/2004 regelt die Anforderun-

gen an die Lebensmittelhygiene, sie gilt jedoch nicht für die direkte Abgabe kleiner Men-

gen von Primärerzeugnissen durch den Erzeuger an den Endverbraucher oder an lokale

Einzelhandelsgeschäfte, die die Erzeugnisse unmittelbar an den Endverbraucher abgeben.

Hier greift die nationale Lebensmittelhygieneverordnung (LMHV). Da Honig ein Primä-

rerzeugnis ist, kommen insbesondere die Bestimmungen der Anlage 2 dieser Verord-

nung zur Anwendung.

Als Imker sind Sie ein Lebensmittelunternehmer und damit für die Einhaltung der gesetzli-

chen Bestimmungen verantwortlich, auch wenn Sie Ihren Honig nur im Bekanntenkreis weiter-

geben. Denn als Lebensmittelunternehmen gelten alle Unternehmen, gleichgültig, ob sie auf

Gewinnerzielung ausgerichtet sind oder nicht und ob sie öffentlich oder privat sind, die eine mit

der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln zusammenhängende

Tätigkeit ausführen. (Art. 3 Nr. 2 der VO (EG) 178/2002)

Allgemeine Voraussetzungen

Lebensmittel dürfen nur so hergestellt, behandelt oder in den Verkehr gebracht werden, dass

sie bei Beachtung der erforderlichen Sorgfalt der Gefahr einer nachteiligen Beeinflussung nicht

ausgesetzt sind. (§3 LMHV)

Das bedeutet, dass der Honig frei sein muss von Wachsteilen, Haaren, Fusseln, Partikeln (z.B.

Metallabrieb), Schädlingen und ihren Teilen oder Exkrementen, Medikamenten- und Chemika-

lienrückständen, sowie Fremdgerüchen. Er darf nicht durch Gärung verdorben oder durch Hit-

zeeinwirkung qualitätsgemindert sein. Honig muss kühl und trocken gelagert werden.

Hygienische Herstellungs-, Transport- und Lagerungsbedingungen für Honig und andere Imke-

reiprodukte sind jederzeit sicherzustellen. Räume, in denen Honig erzeugt, abgefüllt und gela-

gert wird, müssen sauber und instand gehalten sein. Um eine nachteilige Beeinflussung des

Honigs zu vermeiden, ist die Einhaltung nachfolgend aufgeführter Bedingungen notwendig.

Bauliche und hygienische Anforderungen an Verarbeitungs- und Lagerräume

Wände sind in einem einwandfreien Zustand zu halten und müssen leicht zu reini-

gen sein. Es dürfen sich keine Farb- oder Putzteile lösen. Wände in Honig-

gewinnungsbereichen sollten darüber hinaus abwaschbar sein.

Fußböden müssen eben und sauber sein, im Honiggewinnungsbereich sollten sie

darüber hinaus wischbar sein. Nach der Naß-Reinigung dürfen keine Was-

seransammlungen stehen bleiben. Offene Fugen sollten vermieden wer-

den.

Raumdecken sollten so gestaltet sein, dass Schmutzansammlungen und Schimmelbefall

vermieden und das Eindringen von Feuchtigkeit und Schädlingen sowie

das Ablösen von Teilchen möglichst verhindert werden.

Fenster einschließlich Fensterbänken sind sauber zu halten. Fenster, die zum Lüf-

ten geöffnet werden, sind mit einem Insektenschutz auszustatten. Empfoh-

len wird eine Ausstattung, die das Eindringen von Insekten verhindert, je-

doch eingedrungenen Bienen das Hinausfliegen ermöglicht („Bienen-flucht“).

 

Türoberflächen sollten leicht zu reinigen sein und keine Oberflächenschä-

den aufweisen. Türen, die ins Freie führen, müssen in geschlossenem Zu-

stand dicht schließen, um das Eindringen von Schädlingen zu verhindern

(z.B. durch Bürsten).

Arbeitsflächen müssen unbeschädigt, glattflächig, nichttoxisch und abwaschbar, gegebe-

nenfalls auch desinfizierbar sein.

Arbeitsgeräte,

-gegenstände

müssen sauber und funktionstüchtig sein. Sie müssen vor und nach der

Verwendung gereinigt, erforderlichenfalls auch desinfiziert werden. Außer-

halb der Nutzung sollten Arbeitsgeräte abgedeckt und bodenfern gelagert

werden (z.B. auf Kisten oder Paletten), um Verunreinigungen zu vermei-

den. Oberflächen, die mit Lebensmitteln in Berührung kommen, müssen

aus nichttoxischem, lebensmitteltauglichem Material bestehen und leicht zu

reinigen sein. Verunreinigungen von Honig oder Imkereiprodukten z. B.

durch ablösende Teilchen von Maschinenbeschichtungen, abtropfendes

Getriebefett oder korrodiertes Material sind zu vermeiden. Verwendete

Siebe dürfen nicht defekt oder korrodiert sein und sollen eine Maschenwei-

te nicht > 0,2 mm). Ein Refraktometer zur Wassergehaltsmessung des Ho-

nigs sollte vorhanden sein.

Honiggefäße müssen so gelagert werden, dass sie nicht verunreinigt werden können

(Staub, Insekten).

Honiggläser müssen vor dem Befüllen gereinigt werden; auch fabrikneue

Gläser und Deckel sind zu spülen. Dazu darf die Haushaltsküche genutzt

werden. Auf trockene Lagerung achten! Werden Mehrweggläser verwen-

det, ist außerdem darauf zu achten, dass die vorherige Kennzeichnung

(Etiketten, Aufdrucke) entfernt wurde. Beschädigte Gläser und Deckel so-

wie solche mit Fremdgeruch sind auszusondern. Nötigenfalls sind Deckel-

einlagen zu erneuern.

Honiggefäße (z.B. Eimer) müssen aus lebensmitteltauglichem Material

bestehen (erkennbar am Glas-Gabel-Symbol oder aus den Lieferpapieren).

Reinigungsvor-

richtungen für

Arbeitsgeräte

mit kaltem und warmem Wasser müssen in gut erreichbarer Nähe vorhan-

den sein.

Reinigungsvor-

richtungen für

Hände

müssen in gut erreichbarer Nähe vorhanden sein. Sie sollten mit warmem

Wasser, Seife und Handtüchern (vorzugsweise Einmalhandtücher) ausge-

stattet sein. Persönliche Sauberkeit und Hygiene des Imkers sollte selbst-

verständlich sein!

Toiletten müssen vorhanden sein und dürfen keinen direkten Zugang zu Räumen

haben, in denen Lebensmittel bearbeitet oder gelagert werden.

Lagerflächen müssen instand gehalten, sauber und ausreichend dimensioniert sein. Glä-

ser, Honigeimer und Geräte sind fußbodenfern zu lagern, um Verschmut-

zungen zu verhindern und die Bodensauberhaltung zu erleichtern. Waren

sind übersichtlich geordnet und nach Sortimenten getrennt zu lagern.

Waben und

Zargen

dürfen nicht direkt auf dem Boden gelagert werden und sind beim Trans-

port abzudecken.

Reinigungsmit-

tel und Chemi-

kalien

sowie Schädlingsbekämpfungs- und Tierarzneimittel müssen getrennt von

Lebensmitteln und im Originalgebinde (anderenfalls Verwechslungsgefahr!)

gelagert werden. Gebrauchsanweisungen und ggf. Sicherheitsdatenblätter

beachten!

Abfälle sind so zu lagern und zu entsorgen, dass eine Kontamination des Honigs

verhindert und dem Eindringen von Schädlingen vorgebeugt wird.

Merkblatt für Imker Landkreis Potsdam-Mittelmark LM-05-MBL-511-PM V: 03.01 Seite 3 von 3

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Sämtliche Räume müssen sauber und schädlingssicher sein sowie ständig auf Schädlingsfrei-

heit kontrolliert werden. Lagerräume sollten kühl, frostfrei und trocken sowie möglichst keinen

großen Temperaturschwankungen unterworfen sein.

Sofern bei nur gelegentlicher Honigernte und -verarbeitung Privaträume genutzt werden (z.B.

Küche, Waschküche), müssen imkerliche Arbeiten zeitlich getrennt von anderen Tätigkeiten

stattfinden. Abfälle und stark riechende Substanzen, betriebsfremde Gegenstände, Pflanzge-

fäße sind aus dem Raum zu entfernen, Haustiere sind fernzuhalten. Anschließend ist der

Raum gründlich zu reinigen.

Andere Tätigkeiten (z.B. Wachsschmelzen, Holzarbeiten) sind während der Arbeiten mit Honig

(wie Schleudern, Rühren, Abfüllen) nicht erlaubt.

Eine ausreichende Hygiene ist auch während des Transportes der Waben zu gewährleisten.

Transportfahrzeuge und –behälter müssen sauber und in einwandfreiem Zustand sein.

Kontroll- und Nachweispflichten

In der Tierischen Lebensmittelhygieneverordnung (Tier-LMHV) sind die betriebseigenen Kon-

troll- und Nachweisepflichten des Imkers festgelegt. Er hat zu überprüfen, ob Bienen verbote-

ne Stoffe verabreicht worden sind und nach Anwendung pharmakologisch wirksamer Stoffe

die festgesetzten Wartezeiten eingehalten worden sind. Darüber sind Nachweise in übersicht-

licher Weise geordnet und fortlaufend zu führen. Sie sind mindestens zwei Jahre lang aufzu-

bewahren und der zuständigen Behörde auf Verlangen vorzulegen (§21 (1) und (4)Tier-

LMHV). Davon unberührt bleibt das Gebot, gemäß Arzneimittelgesetz Unterlagen über Tier-

arzneimittelanwendung mindestens 5 Jahre lang aufzubewahren.

Insbesondere ist Buch zu führen über Art und Herkunft der an die Tiere verfütterten Futtermit-

tel, aufgetretene Krankheiten, verabreichte Tierarzneimittel, die Daten der Verabreichung und

die Wartefristen, sowie die Ergebnisse eventuell vorgenommener Analysen.

Rechtsgrundlagen:

1) Verordnung (EG) Nr. 178/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 28. Januar

2002 zur Festlegung der allgemeinen Grundsätze und Anforderungen des Lebensmittelrechts, zur

Errichtung der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit und zur Festlegung von Verfah-

ren zur Lebensmittelsicherheit (ABI. L 31/1)

2) Verordnung (EG) Nr. 852/2004 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 29.

April 2004 über Lebensmittelhygiene (ABI. L 226/3)

3) Verordnung zur Durchführung von Vorschriften des gemeinschaftlichen Lebensmittelhygiene-

rechts, BGBl Jahrgang 2007 Teil I Nr. 39: Artikel 1: Verordnung über Anforderungen an die Hy-

giene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von Lebensmitteln (Lebensmittelhygie-

ne-Verordnung – LMHV) vom 08.08.2007, (BGBl. I S. 1816, 1817) ;

4) Verordnung zur Durchführung von Vorschriften des gemeinschaftlichen Lebensmittelhygiene-

rechts, BGBl Jahrgang 2007 Teil I Nr. 39: Artikel 2: Verordnung über Anforderungen an die Hy-

giene beim Herstellen, Behandeln und Inverkehrbringen von bestimmten Lebensmitteln tieri-

schen Ursprungs (Tierische Lebensmittel-Hygieneverordnung – Tier-LMHV), (BGBl. I S. 1816,

1828)

in jeweils aktueller Fassung

Dieses Merkblatt erhebt keinen Anspruch auf Vollständigkeit. Andere Rechtsbereiche werden

nicht berührt. Weitergehende Lebensmittel-Tätigkeiten können erweiterte Anforderungen nach

sich ziehen.